Warum Lernen Zeit braucht


Veranstaltung am 26.11.2009

in der Privaten Wirtschaftsschule
Dr. Kalscheuer

zum Thema
"Warum Lernen Zeit braucht"
Referent: Dr. Fritz Reheis

Bericht im OVB
am 9.12.2009


Hausherr Thomas Seidel
bei der Bergüßung

Rosenheim - "Bildung erfordert Eigenzeiten" und "Ziel von Bildung muss eine Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit sein": Diese Thesen vertrat Bildungssoziologe Fritz Reheis in seinem Vortrag "Warum Lernen Zeit braucht". Er sprach auf Einladung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in der Privaten Wirtschaftsschule Kaischeuer und beschrieb zunächst die negativen Folgen des herrschenden Bildungs- und Zeitverständnisses im Schulalltag. Anschließend skizzierte der Referent Gründe für die so genannte Turbo-Schule, in der Bildung nur noch unter Zeitdruck verabreicht würde. "Auf das Tempo der Schüler, nimmt die Schule keine Rücksicht", bemängelte Reheis. Menschen bräuchten Zeit, erwachsen zu werden. Lernen sei nur erfolgreich, wenn Kopf, Herz und Hand angesprochen und der Bewegungsdrang der Schüler berücksichtigt würden. In einer anschließenden Diskussion wurde das Dilemma zwischen den Erfordernissen des Lehrplans und der Notwendigkeit von Eigenzeiten für die Schüler deutlich.

Reheis sieht die Schule der Zukunft als einen Ort des Dialogs und der Selbstfindung, des Dialogs der Generationen und der Synopse der Fachdisziplinen. Das Wesen der Erziehung sei laut Kant die "Selbstkultivierung", für die der Mensch Muße brauche. Dieser Muße müsse die Schule Zeit und Raum geben.


Dr. Reheis in der Diskussionsrunde


Andreas Salomon bedankt sich bei Dr. Reheis