Revolution! Bayern 1918/19


Pressebericht

über den Besuch der Ausstellung "Revolution! Bayern 1918/19" im Haus der Bayerischen Geschichte

von Lothar Walter


Ausflug in die Vergangenheit

Rosenheimer GEW fährt zur "Räterepublik"

Neunzig Jahre "Revolution! Bayern 1918/19" - so der Titel der vom Haus der Bayerischen Geschichte zusammen mit der Universität München im Münchner Literaturhaus gezeigten Ausstellung- waren das Ziel einer fünfzehnköpfigen Schar Rosenheimer GEWler, die auf Einladung des Kreisvorstands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft einen gemein samen Ausstellungsbesuch unternahmen.

Eine kriegsmüde, hungernde Bevölkerung demonstriert massenhaft spontan vor der Residenz, der König flieht, das Machtvakuum lässt Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für breite Volksschichten aufkeimen, die Revolution bricht sich -vorerst ruhige- Bahn. Ein tragischer Wendepunkt ist die Ermordung des Revolutionsführers und Ministerpräsidenten Kurt Eisner. Die Ereignisse überschlagen sich, überstürzte Ausrufung der Räterepublik, Bewaffnung der Arbeiter und der Freikorps. Was friedlich begann, nimmt an Heftigkeit und Gewalttaten zu und führt zu einem Bürgerkrieg, an dessen Ende ein hemmungsloses Morden der Weißen stand. Es wurde gründlich "aufgeräumt" unter den Roten. Aus der Bayerischen Räterepublik wurde die "Ordnungszelle Bayern" - eine ideale Brutstätte der Nazis.

Die Gewerkschafter waren beeindruckt von der von Studenten gemachten und geführten Aus stellung. Als Resümee zog Kreisvorsitzender Andreas Salomon einen Vergleich zur Kolber moorer Rätezeit, deren anderer und durchwegs friedlicher Verlauf von der Reaktion in Blut ertränkt wurde.