PISAker 2013


Bericht über das

Lehrerkabarett "Die PISAker"

mit ihrem 7. Programm "Nachsitzen!"

am 28.6.2013

auf der Bühne im Lokschuppen

Bericht: Lothar Walter


Die PISAker mit ihrem siebten Programm

Nachsitzen bei der GEW Rosenheim

Zu einer Doppelstunde Nachsitzen lud die GEW Rosenheim in den Saal des Stadtjugendrings im Lokschuppen ein. Statt eines Nachhilfelehrers kam das Lehrerkabarett "PISAker" mit ihrem siebten Programm "Nachsitzen". Vielleicht wegen eines Missverständnisses über nicht existente Karten - "Es gibt keine Karten" meinte der Eintritt war frei, nicht dass die Vorstellung ausverkauft sei - waren die Stuhlreihen nur zu einem Drittel besetzt, weit überwiegend von noch aktiven und ehemaligen LehrerInnen. Aber Kleinkunst lebt von der Unverdrossenheit und so meinte GEW-Kreisvorsitzender Andreas Salomon ob der doch etwas enttäuschenden Resonanz bei seiner kurzen Begrüßung, so lange das Ensemble gegenüber den Zuschauern nicht in der Überzahl ist, könne nicht von einem Reinfall gesprochen werden. Es sei aber anerkennenswert, dass doch etliche Kollegen und Kolleginnen bereit seien, zu ihrer Selbstwahrnehmung im Beruf einen Blick in den Spiegel der nicht immer schmeichelhaften Fremdwahrnehmung zu riskieren, ach was, sich lustvoll hinzugeben.

In dem flotten zweistündigen Programm in zwölf Sketchen und sechs Liedern -alte Schlagermelodien mit neuen Texten- wurden die bekannten Lehrertypen - den "Dampfhammerlehrer", den schrulligen Altachtundsechziger, den durchsetzungsunfähigen Schöngeist usw. - in skurril überzeichneten Situationen des Klassenkampfes im Klassen- und Lehrerzimmer vorgeführt. Das Publikum wusste bei "Nomen est Omen" die Satire auf die Entwicklung sprachlich immer anspruchsvollerer Lehrpläne, die in einem mehrstufigen Prozess aus einem Vogelhäuschen im Werkunterricht ein ornithologisches Domizil macht, während der Lehrer im Unterricht dankbar auf den High-Tech-Trichter Nürnberger Provenienz zurückgreift, der alle Inhalte aller Fächer sekundenschnell in lerngerechte Papierstreifen zerschnipselt - in einer gelungenen Persiflage auf den Typus amerikanische Verkaufsshow witzig dargeboten. Andere Szenen strapazierten die Vorstellungskraft des Absurden schon sehr. So wenn sich der nicht zu Wort kommende neue Kollege als mobile Reserve mit Zusatzqualifikation für Kriseninterventionen entpuppt, in dessen Geigenkasten eine Maschinenpistole für alle Fälle bereit liegt. Oder wenn Rektorin bzw. Rektor der Förderschule bzw. der Mittelschule und die Gymnasialdirektorin um Ali als neuen Schüler bei der Mutter konkurrieren und als Gegenleistung Bügeln, Obststandaufbau oder die Steuererklärung für Alis Papa sich abpressen lassen, um im globalen Kampf um schrumpfende Humanressourcen ihre Schule nicht ins Hintertreffen geraten zu lassen.

Nach kräftigem Applaus und Dank an das Ensemble bat Kreisvorsitzender Andreas Salomon die Zuschauer um einen Obolus, den das Publikum großzügig spendete.