Chiemseemaler


Pressebericht zum Besuch der Bilderausstellung

"Chiemsee, Künstler, Leben...
und immerfort die Sehnsucht"

in der städtischen Galerie Rosenheim

Text: Andreas Salomon


Gewerkschafter besuchen Chiemsee - Ausstellung

Großes Interesse rief die Einladung des Kreisverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hervor, gemeinsam die Ausstellung "Chiemsee, Künstler, Leben... und immerfort die Sehnsucht" zu besuchen. Das Selbstverständnis der Rosenheimer Bildungsgewerkschaft ist sehr breit gefächert und Kunstausstellungen erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit.

Die Zuschauer waren begeistert von den ausgesprochen sehenswerten Bildern und ließen sich einfangen von den Darstellungen der zauberhaften Landschaft rund um den Chiemsee. Aufmerksam nahmen sie die vielen wissenswerten Informationen während der Führung auf und vertieften sich in die Geschichte der Chiemseemalerei vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Manch einer der Lehrer ließ sich inspirieren, um mit einer Schulklasse in den Tagen danach die Ausstellung erneut zu besuchen.

Die Idee des Kurators, des Galeristen und Chiemseemalerexperten Franz Gailer, keine reine Bilderschau zusammenzustellen, sondern eine Erlebnisausstellung zu kreieren, begeisterte die Anwesenden.

Überrascht erfuhren die Lehrer und Erzieher, dass über 2500 Künstler schon am Chiemsee gezählt worden seien. Aber nicht nur die Bilder allein waren sehr ausdrucksstark, sondern ihre volle Wirkung entfalteten sie oft erst durch die Geschichten über das Leben der Menschen, die dargestellt wurden, und das der Maler. Besonders große Aufmerksamkeit erfuhr das Gemälde "Begräbnis einer Klosterschwester auf Frauenchiemsee" aus dem Jahre 1891. Bei diesem monumentalen Werk handelt es sich um eine Leihgabe des Mittelrhein-Museums in Koblenz. Auf einer Breite von fast vier Metern und einer Höhe von fast zwei Metern hielt der Chiemseemaler Hermann Koch (1856-1939) die Beerdigung in Öl auf Leinwand fest. Bevor er das Bild malte, hatte er die Szene heimlich photographiert.

Die Zeit des Nationalsozialismus kommt in der Ausstellung leider etwas kurz. Eine nackte Mädchenskulptur des Bildhauers Josef Thorak zeugt von dem Geschmack der brauen Machthaber. Dahinter sieht man an der Wand formuliert Hitlers Kampfansage gegen die moderne Kunst.

Insgesamt aber waren die zahlreichen Lehrer und Erzieher ausgesprochen angetan von der überaus sehenswerten Ausstellung und der GEW - Kreisvorsitzende Andreas Salomon bedankte sich herzlich für die Sonderführung. Auch die knappen philosophischen Erkenntnisse an den Wänden der Räume stimmten nachdenklich, so der Vers von Heraklit: "Das Leben ist nur einen Flügelschlag der Zeit."